Irgendwo im Nirgendwo – Exmoor

Nach den Dartmoorponys müssen es natürlich auch die Exmoorponys sein. Auf geht‘s. Kurz nach Tintagel fahren wir durch das bezaubernde Örtchen Boxcastle und gleich danach gibt es einen Farmshop. Viel zu sehen und zu kaufen. Das angrenzende Café ist fast bis auf den letzten Platz besetzt und alles sieht lecker aus. Aber wir haben gerade gefrühstückt. Nach einer wieder abenteuerlichen Fahrt (gibt es eigentlich noch engere und unübersichtliche Straßen?) verschlägt es uns auf einen Farm-Campingplatz mitten im Exmoor. Große Wiesen, ringsrum Schafe und sonst nichts. Hühner, Gänse, Hunde und Schweine gibt es auch. Leider auch ihre Hinterlassenschaft. Der Himmel ist bedeckt, es nieselt häufig, neben uns rauscht der Bach, Internet gibt es nicht. Moorfeeling eben. Der Besitzer ist ein netter alter Herr und in Ermangelung von Kartenzahlung (geht hier natürlich nicht) und genügend britischer Währung bekommen wir mit unserem letzten Euroschein den Platz für 2 Nächte günstiger. Am Nachmittag starten wir noch eine kleine Wanderung, die dann doch fast 10 Kilometer beträgt. Unterwegs gibt es natürlich Schafe. Aber wir staunen, auch unzählige Fasane, die mit viel Zickzack und Geschrei vor uns flüchten und ein paar Rebhühner. Als wir endlich über die Hecken blicken können, entdecken wir eine tolle Landschaft und weit in der Ferne Exmoorponys.

Es ist Samstag und es regnet. Wir haben uns eine Runde für eine Autofahrt überlegt. Wir beginnen unsere Fahrt auf dem gleichen Weg, den wir am Vortag gewandert sind. Bremsen für Fasane ist angesagt. Gestern zog sich der Weg, wie schnell wir doch mit dem Camper sind. Dann sehen wir die Ponys. Bis auf 10 Meter dürfen wir uns nähern, dann drehen sie sich ruhig weg und gehen ein Stück weiter. Trotz des Wetters gibt es immer wieder tolle Ausblicke zu entdecken.

Wir kommen in Lynmouth an. Wieder war es schwierig zu fahren, eng und rutschig. Über Lynmouth liegt Lynton und dort ist der Parkplatz. Nachdem die Spitzkehre nach mehreren Anläufen bewältigt ist, laufen wir durch den Ort mit tollen Häusern, netter Gastronomie, Ausblick auf die Küste, einer Kirche, in der es viel zu entdecken gibt und der Cliff Railway.

Die Cliff Railway bewältigt den steilen Hang zwischen Lynton und Lynmouth seit 1890. Unfallfrei, damit wird geworben. Diese Standseilbahn fährt nur aufgrund des Wasserballastes, der für jede Fahrt angepasst wird. Ein tolles Erlebnis und wir müssen nicht durch den Regen laufen.

Auch Lynmouth ist ein toller Ort. Mehrere Regenschauer drängen uns immer wieder zum Unterstellen, sorgen aber auch für tolle Regenbögen. Nach einem Spaziergang und dem Kauf von Pasties (gefüllte Teigtaschen) und Fudge geht es mit der Bahn wieder nach oben.

Auf dem Rückweg wollen wir uns noch eine besondere Brücke anschauen. Tarr Steps sind Steinplatten, die „einfach“ auf andere Steine aufgelegt worden. Nachdem der Wasserspiegel angestiegen war und es Platten weggeschwemmt hatte, sind diese nun befestigt. Engländer können so nett sein, am Parkplatz schenkt uns einer sein Ticket. Geld zum Fenster rauswerfen mögen sie nicht. Wir werden nochmal ordentlich nass und freuen uns über die Wärme im Camper.

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