Ungarn – in der Puszta

Es geht nach Westen, Richtung Ungarn. Es ist nicht so weit heute. Der ausgesuchte Campingplatz liegt in der Puszta, trockenes Land, soll aber einen Pool haben. Die Anfahrt ist über eine Sandpiste. Im Internet steht: Gut zu befahren. Kaum sind wir drauf, sehen wir das anders. Durchs Walki Talki geben wir nach hinten durch: „Bitte folgt uns nicht, sonst bleibt ihr stecken. Wir fahren bis zum Ende und werden wenden.“ Anhalten trauen wir uns nicht, damit wir uns nicht festfahren. Wir schaffen es, kommen auf dem Campingplatz an und wollen nur kurz Bescheid sagen, warum wir wieder umkehren. Die Besitzerin kommt uns schon entgegen und ich steige aus. Erstaunt sehe ich, dass Tobias hinter uns steht. Sie haben es doch geschafft. Wir werden herzlich begrüßt, richten uns kurz ein und sitzen dann mit einem kühlen Getränk zum Plausch mit Miep zusammen. Sie ist mit ihrem Mann nach Ungarn ausgewandert und nun bauen sie sich hier etwas neues auf. Viel haben sie schon geschafft. Wir fühlen uns wohl. Die Kinder genießen den Pool, wir kochen etwas und abends können wir noch für eine kleine Weile das Dammwild hinter dem Zaun beobachten. Auch die drei Hunde findet Anna klasse.

Nach einem Tag ausspannen wollen wir nun mehr von der Puszta sehen und fahren in den Nationalpark Horthobagy. Die Fahrt wird lang, die Straßen sind schlecht und leider erfüllen sich die Erwartungen nicht. Wir sehen kaum Tiere, auch nicht die typischen Brunnen oder Häuser. In Horthobagy angekommen, stärken wir uns erstmal im Csarda (Gasthof). Dann ein wenig Sightseeing. Der Ort scheint noch aus vergangenen Jahren zu zehren. Der große Campingplatz mit Pools hat geschlossen. Den Nationalpark kann man kaum auf eigene Faust erkunden, außer die Vogelwanderungen. In der Information klärt man uns freundlich über die Möglichkeiten auf und gibt uns auch die Auskunft, dass man vor einem kleinen Tierpark, wenn dieser schließt, die Nacht verbringen kann. Bis dahin ist es noch eine Stunde und wir laufen noch ein wenig umher und fahren dann doch noch mal zum Gestüt der Noniuspferde. Diese werden dort zur Erhaltung der Rasse gezüchtet. Man darf die Ställe besuchen und das tut Anna natürlich gern. Dann geht es zum Parkplatz für die Übernachtung. Dort stehen wir gut und können von außen auch einige Tiere sehen.

Am Morgen frühstücken wir noch einmal gemeinsam, dann fahren Tobias, Ina und Charlotte Richtung Hirtenmuseum und später nach Hause. Wir haben noch etwas mehr Zeit und werden noch einen Zwischenstopp einlegen. Erst einmal geht es für uns zurück zum Gestüt. Wir wollen die Tour um 10 mitmachen. Leider ist diese schon voll. Nun heißt es warten bis 13 Uhr. Für Anna nicht schwer, wir besuchen wieder die Pferde. Marcus kocht inzwischen Kartoffeln und Blumenkohl. Dann geht es los. Es ist eine typische Touristentour, aber wenigstens sehen wir so ein wenig von der Puszta und den Tieren und erfahren etwas über die Traditionen und die Lebensweisen früher. Besonders beeindruckend sind die Fähigkeiten der Chikos mit ihren Pferden.

Am Nachmittag geht es Richtung Österreich. Diesmal wählen wir die bessere Straße und so sind wir bald in Budapest. Das Navi führt uns durch die Stadt und wir können die wunderschöne Architektur bewundern. Da müssen wir nochmal wiederkommen. Durch die kilometerlangen Baustellen (die erste 45 km) kommen wir gut durch. Der Stau ist in der Gegenrichtung. Dann sind wir in Österreich. Bis zum Neusiedlersee ist es nicht mehr weit. Plätze ohne Wasser und Strom sind noch frei. Wir genießen den Sonnenuntergang, dann treiben uns die Mücken in den Camper.

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