ein planlos schöner Tag

Was machen wir morgen? Frühstück, Schule, noch kurz Angeln und dann ein Stückchen weiter südwärts. So war der Plan. Nach den ersten beiden Punkten sind wir runter zum Malstrom und der stand plötzlich still. Ruhe. Kurz drauf fließt das Wasser wieder in den Fjord. Verrückt, wir haben den Wechsel von Ebbe und Flut live erlebt. Irgendwie waren wir dann erst gegen zwei mit dem Angeln fertig. Rechts und links von uns ein Biss nach dem Anderen, bei uns nichts. Wir würden verhungern ohne Supermarkt.

Der ist nicht weit. Und so kaufen wir noch fix ein und wollen uns noch schnell einen Wasserfall anschauen. Einen wo man gut ran kommt, denn zum Wandern hat heute keiner mehr Lust. Der Abzweig dahin erwartet uns mit diesem Schild:

Na toll. Wir fahren trotzdem hin und finden ein Einhornplanschbecken und einen tollen Wasserfall.

Die gleiche Idee hatten auch Niederländer. Die sind aber anschließend weiter den Berg hinauf gefahren. Die Karten App zeigt einen Weg zu einer Staumauer. Gut, dann schauen wir mal. Da wir keinen Plan hatten, wussten wir gar nicht, wo wir eigentlich waren – links von FV17 halt.
Der Weg hinauf beginnt mit einem unbeleuchtetem Tunnel, 1,6 km tiefste Nacht. Was danach kommt, ist einfach wunderbar. Ein Tal mit tiefen Schluchten, ein kleiner schlängelnder Fluss und nach 3 km die Staumauer aus aufgeschichteten Steinen. Einige andere Besucher sind auch da und einige stehen auf der Mauer. Also doch noch ne kurze Wanderung. Wir gehen hinauf.

Wir stehen auf der kleineren der beiden Staumauern des Storglomvatnet, einem Stausee am nordöstlichen Rand des Svartisen Gletschers. Norwegens zweitgrößtem Gletscher. Einer seiner Arme ragt hinten fast noch ins Wasser. Es weht ein leichter, kalter Wind über den türkisblauen See. Das Wasser ist eisig kalt. Was für ein beeindruckender Moment.
Und zack, ist der Tag fast rum und wir müssen an normale Dinge wie Schlafplatz, Essen usw. denken. Hier oben wollen wir nicht bleiben, da ist immer noch der Text vom Anfang der Straße im Kopf.
Wieder auf der FV17 entdecken wir Eismassen und entscheiden uns für einen Parkplatz an der Straße mit herrlichem Blick hinüber zur Gletscherzunge. Es ist der selbe Gletscher wie vorhin, eine kurze Recherche macht unheimlich nachdenklich und führt vor Augen wie schnell uraltes Eis einfach so verschwindet. Und dann fühle ich wieder den kalten Hauch von der Staumauer im Gesicht, so als ob der Gletscher um Hilfe ruft.

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