Donkey Sanctuary

Gestern war es zu spät, um von Exeter aus noch auf die „Eselfarm“ zu fahren. Das tun wir heute auf dem Weg zum nächsten Ziel. Auch hier war ich schon von Exeter aus, aber es hat sich unheimlich was getan. In meiner Erinnerung gab es damals einen Stall und mehrere Ausläufe. Jetzt beherbergt die Eselauffangstation unzählige von diesen pelzigen Gesellen. In einem weitläufigen Gelände, teilweise mit Blick aufs Meer gibt es sechs Shelter mit riesigen Weiden und den Hauptstall von damals. Man kann die Esel adoptieren, sprich für ihren Lebensunterhalt spenden. Man kann sie aber auch einfach nur besuchen, dort spazieren und gut essen. Zudem gibt es noch ein tolles Labyrinth. Ich war froh, dass das Wetter relativ gut war, so lange, wie ich gebraucht habe, um wieder rauszufinden. Und Anna war happy, dass einige Esel sich streicheln ließen.

Heute übernachten wir auf dem Riverside Campingplatz in Plymouth. Die Dame von der Rezeption und die Webseite preisen „the famous carvery“ an. Na, warum nicht. Also finden wir uns pünktlich im Gastraum ein und damit in der englischen Campergemeinschaft. Das Buffet wird aufgebaut und als der Truthahn und das Roastbeef gebracht sind, ruft der Chef zum Essen holen. Er schneidet das Fleisch auf und richtet es an, den Rest darf man sich selbst nehmen. Eine zweite Runde gibt es nicht. Auch in Ordnung. Das Essen war gut und wir haben an einem traditionellen Mahl teilgenommen. Wir sind im Raum und auf den Campingplätzen sowieso die Exoten, das merken wir immer, wenn wir mit den Leuten ins Gespräch kommen. Aber die Gespräche sind immer ganz herzlich.

Exeter

Nach dem Frühstück starten wir Richtung Exeter. Vor 19 Jahren war ich hier 3 Wochen lang zur Fortbildung. Das war eine tolle Erfahrung. Dennoch habe ich es damals nicht in die Kathedrale geschafft. Das wollen wir heute nachholen. Um Exeter herum gibt es einige Park&Ride Parkplätze. Schon vor der Stadt sind die Straßen voll. Der erste Parkplatz ist nicht geeignet für uns. Durch eine Schranke werden die Parkflächen beschränkt. Nur Fahrzeuge bis 2,10 m kommen durch. Dieses Problem ist uns auch schon in anderen Städten aufgefallen. Wir verbringen also die nächsten zwei Stunden mit Parkplatzsuche. Selbst bei Ikea ist nichts frei. Wir kommen an einem letzten Parkplatz vorbei, dort passt es. Mit dem Bus fahren wir in die Innenstadt. Auch da stehen wir im Stau. Es sind so viele Menschen unterwegs, in Fahrzeugen und zu Fuß. Nachdem wir noch einen Lunch zu uns genommen haben, ist es schließlich um vier. Noch eine Stunde Zeit für die Kathedrale. Diese ist auch wirklich sehenswert mit dem längsten durchgehenden gotischen Gewölbe, der astronomischen Uhr, den riesigen sichtbaren Orgelpfeifen und den zahlreichen Figuren. Die weiteren schönen Orte lassen wir aus, der Rückweg muss auch noch bewältigt werden. Auf dem Weg zum Bus wählen wir eine Straße, in der noch ein paar wenige Häuser aus dem 15. Jahrhundert zu sehen sind. Am Ende der Straße befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite „The house that moved“. Dieses stand ursprünglich an einem anderen Ort und wurde wegen eines Straßenneubaus versetzt.

Jurassic Coast — Fossilienstrand bei Lyme Regis

Wir laufen vom Campingplatz Richtung Küste. Die Straße, besser der Weg, ist eng und von Wald und Hecken begrenzt. Wir laufen wie durch einen Tunnel. Kurz vorm Ort sehen wir mehr von der schönen Landschaft. Auch Lyme Regis ist ein hübsches Örtchen. Kurz mal zum Wasser, es läuft ab. Wir brauchen Ebbe. Und nochmal kurz mit Pommes stärken.
Dann geht‘s Fossilien suchen . Wir haben viele gefunden. Papa hat sogar eines aus losem Material herausgebrochen. Aber wir konnten es nicht mitnehmen, weil es zu weich und bröselig war. Für richtig tolle Funde fehlten uns Hammer, Meißel und das Wissen über die Gesteine. Dennoch war es faszinierend, diese vielen verschiedenen Abdrücke zu sehen, die von Lebewesen von Millionen von Jahren stammen. Ein toller Ausflug.

East fleet

Der Morgen startet mit Regen und so sind die Wettervorhersagen für den ganzen Tag. Wir fahren weiter Richtung Westen und sind am Nachmittag auf einem großen Campingplatz am Eastfleet. Eine Regenlücke nutzen wir für einen kurzen Spaziergang. Am Ende erwischt uns doch noch ein heftiger Schauer. Wir probieren endlich mal unser Mitbringsel aus Stockholm aus, Rommékarten. Und Anna findet Gefallen dran.

Um mal einen Tag mehr schulfrei zu haben, erledigt Anna heute alle restlichen Aufgaben. Dazu brauchen wir aber gutes Internet. Dieses finden wir zwischen Weymouth und der Isle of Portland. Dort sind heute gute Bedingungen für Wassersportler und wir schauen fasziniert den Wind- und Kitesurfern zu. Da wir schon mal hier sind, fahren wir auch noch auf die Insel. Der Sturm sorgt für große Wellen und gern hätten wir uns das von Nahem angeschaut. Aber die Parkgebühren sind so unverschämt, dass wir lieber wieder fahren. Wir stoppen noch einmal kurz an einem guten Aussichtspunkt und fahren weiter nach Lyme Regis. Die Fahrt auf der engen Straße hat manchmal was von Achterbahn und wir Mädels lassen so manchen Quietscher los. Aber es gibt auch traumhafte Ausblicke auf das West Fleet und die Küste, zusätzlich malerisch mit Schafen und Kühen.

The seven sisters

So nah, dass sogar die offenen Doppeldecker-Busse hinfahren, liegen die „Seven Sisters“ an Eastbourne. Auf dem Weg dorthin fahren wir an der Promenade entlang. Es gibt schöne Plätze, aber vor allem in der 2. Reihe sind es Betonklötze, die ins Auge fallen. Hier wurde eine einstmals schöne Stadt kaputt gebaut. Nach kurzer Fahrt erreichen wir das Ziel. Die Sonne meint es gut mit uns und so schauen wir die Kreidefelsen von unten an. Wandern können wir dort nicht. Die Flut hat noch nicht ihren Höhepunkt erreicht und trotzdem ist vom Strand nichts mehr da. Aber es gibt wieder tolle Fundstücke und mit den abgefallenen Kreidestücken kann man toll malen. Dann wandern wir noch oben entlang. Die Aussicht ist fantastisch. Zurück im Camper führt uns die Küstenstraße führt von einem Ort in den nächsten. Von der Küste sieht man da kaum noch etwas Natur belassenes. Die Fahrt zieht sich. Glücklicherweise kommen wir auf dem ausgesuchten Campingplatz unter. So richtig will aber kein Wohlbefinden aufkommen. Man hat ständig das Gefühl, etwas falsch zu machen bei den ganzen Regeln, die angepint sind.