Linksverkehr

Auf einer leeren Fähre gehts nach Dover. Englisches Frühstück (teuer und nicht wirklich gut) hilft uns beim Start in den Tag. Das Wetter ist super und Dover ist schon kurz nach dem Ablegen zu erkennen. Nach fast zwei Stunden sehen wir die schneeweißen Klippen der Insel in voller Schönheit. Die Sonne gibt ihr Bestes.

Kurz vor der Abfahrt steigt meine Nervosität. Linksverkehr mit dem Lenkrad auf der linken Seite und Geschwindigkeits- und Entfernungsangaben in Meilen.
Aus dem Hafen heraus ist das noch ganz einfach. Wir wollen aber zum Strand von
St. Margaret´s. Eine enge Straße zum Meer. Das ist crazy. Ab jetzt ist Rechtsabbiegen Linksabbiegen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Einheimischen wohl alle irgend ein Rennen fahren oder massiv unter Zeitdruck stehen. So kommt es mir jedenfalls vor bis Britta mich noch mal an die Geschwindigkeitsangaben auf den Schildern erinnert. Die ersten Meter linksaußen haben mich ganz schön gestresst.

Ein schöner Ort und kaum überlaufen. Wir bummeln ein wenig herum und genießen das Wetter. Danach den Berg wider hoch und ein wenig Fahrpraxis sammeln. Auf dem Weg liegt das erste Castle. Einkaufen müssen wir auch noch, weil wir uns brav an die Einfuhrbestimmungen gehalten haben. Und das war wohl auch besser so. Schon die Nachfrage ob Anna nicht in die Schule müsse (und der Blick dazu) war beängstigend. Wenn die ganzen Kontrolleure dann noch verbotene Sachen gefunden hätten, hätten wir möglicherweise ans Mittelmeer fahren müssen.
Wir machen noch einen Stopp in Sandwich. Ein Ort, dessen Namen wegen einer Laune eines hier ansässigen Adels heute in aller Munde ist. Er hat der Legende nach, um beim Karten spielen mit einer Hand essen zu können, das Fleisch zwischen zwei Brote legen lassen. Da man schon damals beim Kartenspielen wohl wenig redete nannte man diese praktische Art des Essen dann Sandwich. Vielleicht war es aber auch ganz anders.

Sandwich ist eine schöne kleine Stadt, die einen ersten Hauch England versprüht. Liebevoll, herzlich und sehr sympathisch.
Dann gehts wieder auf die Straße. Ich bin glaube ich noch niemals soweit rechts, wie ich jetzt links fahre, gefahren. Das ist aber recht einfach, wenn man soweit am Straßenrand sitzt. Wir kommen ohne Schäden auf unserem Stellpatz vor Canterbury an – danke an die zwei Minitraktorfahrer, die den halben Weg die Geschwindigkeit auf ein akzeptables Niveau gesenkt haben. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert