drei Tage Stockholm

Zwei Tage nichts geschrieben, Trotzdem viel erlebt. Diese Stadt ist so voll, voll Menschen, voll Touristen, voll mit Geschichte, voll mit Erlebnissen und vielen Begegnungen.
Kurzfassung: Tunnelbana gefahren, 3x durch Gamla Stan geschlendert, Schloss komplett, Wachablösung einen Teil, Freunde und Verwandtschaft getroffen und Vasamuseum. Und ehrlich, mehr geht in drei Tagen nicht und man hat vieles gar nicht gesehen. Eine wunderbar lebendige Stadt.
Aber der Reihe nach:

Donnerstag sind wir nach einer kurzen Fahrt aus Uppsala auf einem von Freunden empfohlenen Platz angekommen. Das Wetter hält und wir fahren mit der U-Bahn – der Tunnelbana – in die Stadt. Etwas orientierungslos erkunden wir die quirlige Altstadt mit zahlreichen Geschäften, Bars und Cafés und laufen bis zum königlichen Schloss.

Das Schloss ist riesig. An jeder größeren Tür steht die Schlosswache. Junge Männer und Frauen in schicken Uniformen. Anna hat tausend Fragen und ist vermutlich noch beeindruckter als wir. Gleich gegenüber ist das Reichstagsgebäude und egal wo man hin schaut schicke alte Häuser. Zwischendrin gibt es zwar immer wieder mal einen hässlichen Neubau, aber das stört kaum. Gegenüber vom Schloss thront auch wieder Gustav Adolf II. – der vom Uri Etikett – hoch zu Ross. Auch die anderen Könige haben ihre Denkmäler.

Ein großes Eis später geht der Tag frierend zu Ende und wir nehmen die geheizte Tunnelbana zurück zum Camper.
Am Freitag ist den ganzen Tag schlechtes Wetter angesagt, perfekt um den königlichen Gemächern einen Besuch abzustatten und zu schauen, was so in der Schatzkammer herum liegt. Zu Beginn kommen wir gar nicht aus der U-Bahn. Es regnet so stark, dass Sturzbäche und klatschnasse Menschen die Straßen herunter kommen. Wir warten .
Einen Teil der großen Wachablösung am Schloss schaffen wir aber noch.

Dann gehts ins Schloss. Das Ticket berechtigt zum Eintritt in mehrere Museen. Alles ist groß und pompös, Vitrinen voller Orden, alte Möbel. Vieles davon original aus dem 17. Jahrhundert und einiges davon heute noch in Gebrauch. In der Schatzkammer die Kronen und Krönchen der Herrscher. Alles irgendwie aus der Zeit gefallen, dennoch interessant und gut verständlich erklärt. Auch den zahlreichen Führungen kann man sich gelegentlich anschließen, je nach dem welche Sprache man gerade versteht.

Leider wurde auch heute Annas Wunsch, den König und die Königin zu sehen, nicht erfüllt. Aber klar, die Sitzen ja nicht rum und machen Fotos mit Touristen – wie der Mann in Rovaniemi.
Nach einem schönen Tag schlendern wir durch die Altstadt zurück zum Bahnhof und freuen uns auf den dritten Tag.

Samstag Mittag wollen wir eine Verwandte von Britta treffen. Sie lebt seit 20 Jahren in Schweden und die beiden haben sich in Kindertagen zuletzt gesehen. Ein schönes Treffen war das! Wir sehen uns sicher wieder.
Danach gehen wir ins Vasamuseum. Gustav Adolf II. – der im Dreißigjährigen Krieg bei Lützen gestorben ist und zu den bedeutendsten Königen Schwedens gehört – ließ um die 1620er Jahre mehrere riesige Kriegsschiffe bauen. Die Vasa hat es dann doch nur knapp einen Kilometer aus dem Hafen geschafft. Eine leichte Brise und die mit solchen Schiffen unerfahrenen Seeleute führten zum schnellen Verlust des ersten Ozeanriesen.
In den 1960er Jahren hat man dieses riesige Schiff dann wiederentdeckt, aus dem Wasser geholt und angefangen es zu restaurieren. Im Museum, dass um das Schiff herum gebaut wurde, ist eine beeindruckende Ausstellung entstanden, die man anfangs wegen der unheimlichen Größe des Bootes einfach übersieht. Der Kinderaudioguide war super und hat Anna und mir viel Spaß gemacht.

Am späten Nachmittag treffen wir noch gute Freunde aus der Heimat. Zufälle gibts. Wir schwatzen und suchen uns einen Platz zum Abendessen, als plötzlich doch noch passiert, was wir seit drei Tagen versuchen, Anna auszureden. Hinter der Kirche am Schloss steht ein fetter, schwarzer Mercedes und zwei Polizisten. Hinterm Zaun viele offenbar kirchliche Würdenträger – im Nachgang haben wir erfahren, dass ein ökumenisches Jubiläum gefeiert wurde – und Männer in schwarzen Anzügen. Einer von denen kam dann raus und zeigte den Polizisten den Weg, den die Limousine nehmen würde. Er war offenbar wichtiger als die Polizisten. Dann ging alles ganz schnell. König und Königin kamen aus dem Garten, winkten wie dies nur Monarchen tun und stiegen in ihr Auto. Hinterher, mit höflichem Abstand dann noch der Premierminister von Schweden. Alles völlig unaufgeregt und ohne große Hektik.

Kind begeistert, Papa beeindruckt. Morgen gehts zu Pippi nach Vimmerby.

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