Kurzer Tag am Strand

So war zumindest der Plan. In jedem Reiseführer oder Blog steht: Fahrt in Riga an den Ostseestrand, dass dürft ihr nicht verpassen. Was da nicht steht ist: Tu das nicht an einem Sonntag, nicht im Sommer, nicht bei Sonnenschein und 26 Grad und vor allem nicht mit einem Camper, der 6m lang und 3m hoch ist. Wir haben es trotzdem versucht und sind, wen wunderts, nicht erfolgreich gewesen. Nach zwei zeitaufwendigen Anläufen sind wir einfach 80 km weiter nach Norden zu einem kleinen Campingplatz direkt am Meer gefahren . Leider war dann aber das schöne Wetter alle. Also ausruhen und die nächsten Tage planen.

die Perle des Baltikums

Sightseeing (wir müssen uns ans Englisch gewöhnen) in Riga. Für diese Stadt reicht ein Tag nicht aus. Egal wie man es anstellt, irgendetwas schafft man nicht. Wir müssen also noch mal hier her.
Vom Campingplatz aus sind wir die drei Kilometer gelaufen. Vorbei an den typischen Holzhäusern über die Vanšu-Brücke – das Teil ist wirklich in keinem guten Zustand – direkt ins Jugendstilviertel, die Altstadt und den Zentralmarkt. All dass ist ziemlich beeindruckend und nicht wirklich in Worte zu fassen.


Zum Abschluss haben wir und noch eine Rollerfahrt gegönnt. Premiere für uns alle.

Fahrt nach Riga

Die Nehrung verabschiedet uns mit Sonnenschein. Auf der Herfahrt ist uns schon dieses Stück beschi….ener Wald aufgefallen. Google und die Hinweisschilder am Straßenrand helfen. Es handelt sich um die größte Kormoran-Kolonie Europas. Dieser Waldabschnitt ist nahezu vollständig mit einer weißen Schicht bedeckt und es regnet weiße Tropfen. Bizarr.

Zurück mit der Fähre nach Klaipeda und dann über Land nach Riga. Irgendwie war das Navi heute nicht so unser Freund. Erst quer durch die Stadt und später über Schotterpisten, vorbei an Förderpumpen durch kleine Dörfer nach Riga.

Kurische Nehrung

Die Kurische Nehrung, dieser schmale Streifen Land zwischen Kaliningrad und Klaipeda, ist unser Quartier für die nächsten zwei Nächte. Ganz im Süden, zwei Kilometer von der russischen Grenze liegt das Örtchen Nida und ein schöner Campingplatz unter Kiefern.
Die Ostsee ist zu Fuß erreichbar, genau so wie das Haff und die südliche der großen Wanderdünen.

Schon Thomas Mann fand dieses Fleckchen Erde so beeindruckend, dass er sich hier vom Geld des Nobelpreises für „Die Buddenbrooks“ ein Sommerhaus bauen ließ. Er verbrachte hier mit seiner Familie drei Sommer, bevor er aus bekannten Gründen das Land verlassen musste. In diesem Haus, welches wunderschön hergerichtet wurde, ist ein interessantes Museum eingerichtet. Die Bäume im Vorgarten dürften schon den Schriftsteller begrüßt haben.

Unwirklich hingegen erscheint die Wanderdüne. Ein riesiger Haufen feinster Sand, durchzogen von Wanderwegen und zahlreichen Aussichtspunkten.

Am Meer muss man auch ins Meer – zumindest im Sommer. Klar, dass wir das wagten. Und ehrlich, viel kälter als der Naunhofer See im März war es nicht. Zum Abschluss haben wir noch eine Windhose erwischt.